Gleisbildstellwerk

Gleisbildstellwerk als zweiter Bedienplatz für den Güterbahnhof und das BW


Es soll der rückwärtige Teil der Anlage lokal bedient werden können.

Der kleine Güterbahnhof und das BW befinden sich im rückwärtigen Teil der Anlage und bei Steuerung der Anlage über den PC auch im Rücken des Bedieners. Sich ständig umdrehen zu müssen ist lästig und trotz Drehstuhl umständlich, also muß eine Vis-a-Vis - Steuerung her. Ausserdem soll eine zweite Person hier losgelöst vom restlichen Geschehen auf der Anlage "arbeiten" können.

Zur Realisierung bietet sich das Uhlenbrock TrackControl-System an:

  • es kann in das schon vorhandene Loconet-Bussystem eingebunden werden
  • es ist einfach aufzubauen
  • durch Ergänzung mit einem Fahrregler können auch die Lokomotiven lokal gesteuert werden
  • es hat eine geringe Bauhöhe

Wehrmutstropfen:

Das System scheint in den Einzelkomponenten nicht allzu teuer zu sein - aber selbst für so ein kleines Stellwerk summiert sich das zu mehreren Hundert Euro!

Also auf eine weitere Lok verzichten zugunsten der komfortablen Bedienung.

Der parallel zu steuernde Anteil aus dem TrainController - Gleisbild ist hier gelb umrissen und etwas dunkler dargestellt.


Die Plansoftware "TC-Edit"
(kostenfrei downloadbar) vereinfacht die Planung

Zu steuern sind

  • 6 Weichen
  • 5 Entkuppler
  • 4 Lokschuppentore
  • Schuppenbeleuchtung innen
  • Schuppenbeleuchtung aussen
  • . . . und natürlich die jeweils aktive Lok

Um Platz in der Tiefe zu sparen, wurde der Zwischenraum zwischen Gleis 1 und 2 weggelassen. Die Breite richtet nach den Funktionselementen. Ganz rechts ist der Fahrregler integriert - Linkshänder wählen sicherlich die andere Seite.

Es ergibt sich somit ein Aufbau mit 5x11 Elementen.

Kleine Schummellei:

Aus kostengründen sind vorhandene Signalbausteine zur Entkuppler-Betätigung verwendet worden. Benutzt wird nur die rote LED des Symbols Gleissperrsignal - gelb ist immer dunkel, da tatsächlich die Funktion Hauptsignal benutzt wird. Die grüne LED für HP1 ist nicht zu sehen, sie leuchtet im Verborgenen.


Hier nun die endgültige Ausführung des Stellwerks,
nachdem das Lokschuppen-Funktionsmodell fertig ist:

Das komplette TrackControl - Stellwerk ist in einen abklappbaren Rahmen eingelegt, der mit Leisten 5x25 mm eingefasst ist. Abklappbar deshalb, damit beim Arbeiten im Innenraum keine Stoßkanten hervorstehen.

Der Klappmechanismus ist einfach und mit Teilen aus der Restekiste schnell erstellt. Einzige elektrische Verbindung zur Anlage sind die drei Litzen des Anschlußkabels zum Modul 69050.


Programmierung ohne TC-Edit

In der ersten Ausbaustufe (ohne Besetztausleuchtung und ohne 3-fach Tastensteuerung für den Lokschuppen) habe ich die Elemente des Stellwerks von Hand programmiert - also ohne TC-Edit.

Das geht ganz einfach:

  • Zuerst die Adresse des Anschlußmoduls 69050 auf eine freie Adresse im Loconet-Bussystem ändern. Hier gilt wie für alle Loconet-Module, die ergänzend an den Bus angeschlossen werden sollen:
    Das Modul ausserhalb des Anlagenbusses auf die gewünschte freie Adresse einstellen
    In diesem Fall Moduladresse 13. Danach kann das Anschlußmodul in den Loconet-Bus eingebunden werden.

Dann wie folgt vorgehen:

  • An der Intellibox die Adresse der Weiche bzw des Entkupplers einstellen
  • Die entsprechende Taste im Stellwerk so lange gedrückt halten, bis die LED blinken
  • Ggfs durch Drücken eine andere Ausleuchtung wählen (s.a. Handbuch)
  • An der Intellibox die Weichenadresse betätigen, die zu der Ausleuchtung richtig wäre wie z.B. Weiche "gerade" oder "Abzweig"
  • das Element des Stellpults übernimmt diese Adresse - fertig

Eventuell stellen sich die Weichen genau entgegengesetzt der Ausleuchtung im Stellpult um! Dann bleibt nur, die Weiche umzupolen und im TrainController ebenfalls den Stellbefehl zu invertieren. Danach ist alles synchron und bleibt auch so.


Programmierung mit TC-Edit

Vorbereitung

Die Ansteuerung der Besetztausleuchtung ist in der oben beschriebenen Art nicht möglich. Dies kann nur mittels TC-Edit erfolgen.

Die Vorgehensweise ist im Bereich der Uhlenbrock-FAQ eigentlich sehr gut beschrieben, aber es müssen unbebingt vier Punkte beachtet werden:

  • Die Ansteuerung der Steuereinheit (z.B. Intellibox) muß über COM1 erfolgen
  • Die COM1-Schnittstelle muß nach dem TC-Edit Handbuch eingestellt werden
  • Ebenso muß die PC-Schnittstelle der Intellibox passend eingestellt werden, ebenfalls nach Handbuch
  • Es darf keine andere Software (wie z.B. Traincontroller) aktiv sein, die COM1 benutzt

Alles beachtet gelang es aber nicht, die Besetztausleuchtung für das Gleis neben dem Lokschuppen zu programmieren. Hier gab der Uhlenbrock-Service den entscheidenden Hinweis:

  • Die Ausleuchtung muß sich immer auf eine aktive Platine beziehen, egal ob
    • Weichenplatine
    • Signalplatine oder
    • Tastenelement
  • Für die Ausleuchtung "rot" mus z.B. eine Pseudo-Signal in das rechte Nachbarfeld mit einer Signalplatine bestückt werden, wobei nach der Programmierung das Modul mit einer durchgängigen Gleisfolie überkleben werden kann:

Durchführung

Das tatsächliche Aussehen des Stellwerks weicht von der Ausführung für die Programmierung ab. Die Darstellung wird einfach durch die aufgeklebten Folien bestimmt. Leider war nachträglich für die Lokschuppensteuerung der Platz eng geworden, sodass ein Kurvensymbol hinter der Weiche entfallen musste.

So soll das Gleisbild dargestellt werden:

So ist es für die Programmierung definiert:

Die Vorgehensweise folgt am Besten exakt der Uhlenbrock-FAQ - Empfehlung:

  • Pult mit TC-Edit neu entwerfen, wie oben abgebildet. Damit die Ausleuchtung der Entkuppler zu den Gleissperrsybolen passt, an den Stellen das Signalbild des Hauptsignals einsetzen. Die Ruhestellung des Entkupplers (also unten) ist dann das Signalbild "grün", was aber nicht angezeigt wird, da es in der verwendeten Folie abgedeckt ist. Es kommt nur die Anzeige "rot" als Sperrsignal, wenn der Entkuppler hochgefahren ist. "Gelb" für Fahrweg frei wird nicht verwendet.
  • Elektrische Verbindungen prüfen: alle Funktionsmodule müssen intern elektrisch erreichbar sein
    • Weichenadressen, Signaladressen, Rückmeldeadressen, Fahrstraßen usw. mit TC-Edit eingeben:
  • Weichenadressen
    • Signaladressen, inklusive Pseudo-Signal H199 (Adresse 199)
    • 3-fach Tastenelemente; die Adressen (hier in rot) sind die Adressen der linken, mittleren und rechten Taste. Sie werden in TC-Edit so nicht dargestellt und sind hier in rot nur zu dokumentationszwecken eingefügt
    • Rückmelder; die Rückmelder befinden sich hier immer links von einem aktiven Modul, daher die Bezeichnung "L xx", wobei "xx" die Adresse des Rückmelders ist.


Das Eingabefenster sieht dann z.B. wie folgt aus, wobei auch eine (Pseudo-)Adresse
für die nicht benutzte Gelb-Ausleuchtung eingegeben werden muss:

  • Unter "Bearbeiten - Gleisplan änderbar" den Haken entfernen und das Programm auf "Gleisplan nicht änderbar" einstellen.
  • Im Menü "Pult" den Unterpunkt "neues Pult initialisieren" auswählen, aber vorher das Anschlussmodul so konfigurieren, das auch die richtige Loconet-Moduladresse angesprochen wird:

  • Jetzt fordert das Programm dazu auf, an jedem aktiven Feld den Taster zu betätigen. Taster am jeweiligen Modul drücken und festhalten bis alle LED's des Moduls blinken. Taster loslassen Das Programm fordert auf, den nächsten Taster am nächsten Feld zu betätigen. Alle Taster an allen Modulen, wie vom Programm gefordert und oben beschrieben, betätigen. Im Menü "Pult" den Unterpunkt "Pult programmieren" anwählen. Das Pult ist jetzt neu programmiert.

Dennoch hat nicht alles so auf Anhieb funktioniert. Es musste die Programmierung einzelner Module wiederholt werden, was aber durch TC-Edit gut unterstützt wird. Wahrscheinlich lagen einfach Dynamikprobleme auf dem Loconet-Bus vor, die noch mal separat untersucht werden sollen. Dies wird im Teil Loconet berichtet.

Ausserdem reagierten die Entkuppler nicht auf Tastendruck. Ich habe sie einfach noch mal manuell programmiert, wie oben unter "Programmieren ohne TC-Edit" beschreiben. Danach war die Funktion gegeben und hat auch alle anderen Programmierungen nicht beeinflusst.

Da ich LISSY nicht benutze, war für den Fahrregler im Stellwerk keinerlei Programmierung erforderlich.


Praktische Erfahrung

Es funktioniert und hat eine tolle Bedienqualität !

  • Die direkte Vis-a-Vis - Steuerung des Anlagenteils vom Gleisbildstellwerk aus ist einfachst möglich
  • Eine Rangierlok läßt sich ebenfalls direkt mit dem Fahrregler im Stellwerk steuern
  • Alle Stellbefehle der PC-Steuerung TrainController werden übernommen und ausgeführt
  • Es ist auch noch eine direkte Steuerung von der Intellibox aus möglich

Basis für diese Verträglichkeit ist natürlich der Loconet-Bus, dessen Wahl sich hier wieder einmal als richtig erwiesen hat.

Mittels dieses kleinen Gleisbildstellwerks ist nun ein echter Zwei-Mann-Bertrieb möglich, oder, falls man alleine fährt, eine ergonomisch vorteilhafte Bedienung dieses Anlagenteils vorhanden.


. . . was noch offen war:

Kopplung der Besetztanzeigen mit den Adressen der Loconet-Module 63320 bzw 63340

. . . damit erledigt

Behebung des Timingproblems zu Programmierung mittels TC-Edit

. . . ist offensichtlich durch bessere Versorgung des Loconet-Bus behoben