PIKO Bahnsteigüberführung für Spur 1 angepasst

Ich suchte eine optisch passende Bahnsteigüberführung mit vertretbaren Kosten und Bauaufwand. Da ich kein "Nietenzähler" bin, sind einige Kompromisse für mich akzeptabel.

 

Meine Gleisgeometrie und die Anlage der Bahnsteige verlangt nach einer Überführung von einem Bahnsteig zum anderen. Leider ist das Angebot in Nenngröße 1 gegen Null oder aber horrend teuer.

Beim Stöbern auf anderen Internetseiten zur Spur 1 konnte man teilweise erahnen, das dort Teile aus anderen Bausätzen verwendet wurden. Da ich schon Stellwerkumbauten vom LGB-Maßstab auf 1:32 gesehen habe - und diese recht gut optisch passten - habe ich mir den PIKO - Bausatz 62032 näher angesehen:

  • Der Preis ist absolut ok
  • Mit vertretbarem Aufwand müßte das anzupassen sein

Der PIKO - Bausatz 62032

Mit EUR 90,80 inkl. Versandkosten ist der Preis ok. Die Ausführung im Maßstab 1:22,5 ist natürlich zu groß und ca das 1,4-fache von Spur 1. Die Höhe muß also reduziert werden und für die Optik sind die Geländer zu hoch und zu "luftig" für Spur 1.

Also einige Gittergerüst-Elemente fehlen lassen und neue Geländer bauen, dann müßte das passen.

 

In eine Zeichnung aus der Planphase zur Auslegung der Bahnhofsgleise habe ich die Stahlgerüstelemente des Bausatzes übernommen und ein Geländer in der Normhöhe 1,2m eingezeichnet. Die Durchfahrthöhe ergibt sich bei drei Kastenelementen etwas höher als das Lichtraumprofil es erfordert, sieht aber optisch akzeptabel aus.

 

Stellprobe

Die Höhe bei drei Kastenelementen geht in Ordnung. Man sieht aber deutlich, dass das Geländer optisch nicht passt. Da hätte man in Real gleich die Gewerbeaufsicht auf dem Hals, weil hier nicht nur Kinder problemlos "durchfallen" könnten.

 

Neues Geländer

Das größte Problem bei einem neuen Geländer ist die Füllung:

  • Gitterstäbe oder
  • Maschengitter

In einem Beitrag "Wie baut man Maschendrahtzäune für die Modellbahn" wurde Fliegengitter zweckentfremdet. Das sah gut aus und ist preiswert - wenn nicht noch irgendwo ein Rest rumliegt, der sogar nichts kostet.

Also habe ich aus L- und T-Profilen einen maßstabsgerechten Geländerrahmen konstruiert, in dessen Fächer entsprechende Fliegengitterabschnitte eingeklebt werden.

Die Kunststoffprofile sind im Handel problemlos zu beschaffen und lassen sich mit Kunststoffkleber (z.B. Revell) gut verkleben. Genau so gut läßt sich damit das Fliegengitter einkleben, was ja auch aus Kunsstoff besteht.

 

Geländer kleben

Alle Kunststoffprofile zunächst ablängen, am Besten mit einer Dekupiersäge. Entgraten ist bei einem feinen Sägeblatt (Metallsägeblatt) fast nicht nötig.

Zunächst jeweils 2 L-Profile zu einem T verkleben - für die mittleren Stege. Dann die äußeren L-Profile an die Längsträger kleben, unten an ein T-Profil, oben an ein L-Profil.

Dann das zusammengklebte mittlere T-Profil mittig einkleben und anschließend immer wieder ein T-Profil mittig einsetzen. So spart man sich das Ausrechnen und Anzeichnen der Abstände.

Zuletzt das untere L-Profil verkleben. Dadurch entsteht ein U, in das dann die Bodenplatte des Übergangs hineingeschoben und verklebt wird.

Einfärben

Die Profile Weiß zu belassen geht natürlich nicht. Das Fliegengitter kann, im Fall es ist schwarz, so bleiben. Zunächst dachte ich an Spritzen mit Airbrush, ist aber kritisch weil das Fliegengitter zusetzt. Also habe ich ein passendes Grau gemischt aus Revell Nr. 9 (Grau matt) und Nr. 301 (Weiß seidenmatt). Ein zu dem grauen Kunstoff des Baustzes direkt passendes Grau für Kunstsoffe habe ich nicht gefunden. Mit dieser Mischung sind die Profile eingefärbt worden, wobei ich das Schwarz des Gitters beibehalten habe - sieht auch dann nicht so eintönig aus.


Rohbau Geländer, Aussenseite

Geländer, Innenseite


Treppengeländer anpassen

Bei einem in der Höhe reduzierten Geländer des Überwegs passen die Treppengeländer nicht mehr - sie müssen in diesem Fall um 8mm gekürzt werden.

Einfach anzeichnen, ein Klebestreifen drüberlegen und mit der Dekupirsäge absägen. Ein neuer Handlauf wird dann aus 3mm L-Profil angepasst und aufgeklebt. Entsprechen muß auch das Geländer der Zwischenplattform auf die Höhe des neuen Geländers angepasst werden. Ich habe mich für einen neuen Geländerlauf passend zu dem am Überweg entschlossen.

 

Wesentliche Bausatzteile sind unverändert verwendbar !

Ziel bei der Auswahl dieses PIKO-Bausatzes war ja die größtmögliche Verwendung von Originalteilen. Das funktiniert bei der Struktur der Teile sehr gut:

  • Vier Bodenplatten bilden den Überweg in richtiger Breite
  • Drei Gitterboxen schaffen die richtige Höhe
  • Eine Gitterbox ergibt die Höhe der Zwischenplattform
  • Die untere Treppe wird nun, so wie sie ist, die obere Treppe
  • Die Untere Treppe wird aus der ursprünglich oberen Treppe auf Maß gekürzt
  • Die Treppebreite habe ich beibehalten - es ist nun eben ein schöner breiter Treppenaufgang

Die Wangen an den Treppen hab ich weggelassen. Sie sind optisch nicht passend. Man hat aber nicht das Gefühl, dass hier noch etwas fehlt.

 

Gutes Gesamtergebnis

Die fertige Bahnsteigüberführung ist für mich ein guter Kompromiß zwischen Maßstab, Aufwand und Kosten.

Man braucht aber etwas Zeit - besonders um die Klebestellen aushärten zu lassen. Die farbliche Anpassung geht relativ gut und schnell, ein mal Streichen deckt schon.

 

Zur Benutzung freigegeben !  

Was noch bleibt:

  • Belebung durch Bahnkunden
  • Etwas Alterung ( vielleicht )
  • Ein bischen Unkraut an den Sockeln, wie es auf fast allen Bahnsteigen zu finden ist

Die Zeichnungen stelle ich in Kürze in den Downloadbereich ein.

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