Umbau Märklin Lokschuppen auf Tore mit Servo-Antrieb

Der Märklin Lokschuppen 56170 ist ein solides Modell, das allerdings noch Platz für Verfeinerungen hat:
  • Toren fernbedienbar öffnen und schliessen
  • Innenbeleuchtung
  • Aussenbeleuchtung

Die für den Betrieb wichtigste Modifikation sind Tore, die sich fernbedient betätigen lassen.

Diese Funktion lässt sich am einfachsten mit kleinen Fernsteuer-Servos erreichen. Natürlich ist von vornherein klar gewesen: mit den bausatzseitigen Kunststoffscharnieren wird das auf Dauer nicht funktionssicher zu erreichen sein. Also begann die Umrüstung zunächst mit der Suche nach Metallscharnieren. Fündig wurde ich bei Hoffmanns-Modellbau, wo in der Größe passende Scharniere mit 40x4 mm im Angebot sind:

Art.Nr.: 0-700-000-20 4 Scharniere 40x4 mm

Benötig werden zwei Packungen. Da Kleben Metall auf Kunststoff kritisch ist, habe ich mich für eine Befestigung mittels Miniaturschrauben aus Messing entschieden, Gewinde M 1,2mm. Die gibt es bei Conrad-Modellbau nebst den zugehörigen Muttern:

Bestell-Nr.: 248767 - 62 M1.2-10 Messing-Schrauben

Bestell-Nr.: 248776 - 62 MM1.2 Messing Muttern

Die Scharniere müssen auf 1,2mm aufgebohrt werden, passen aber ansonsten hervorragend. Vor dem Montieren am einfachsten mit mattschwarzen Spraylack spritzen. Dann in einem der vorhanden Scharnierlöcher an der Torwand provisorisch festschrauben und die anderen Löcher durch die Scharniere hindurch bohren. Die Löcher in der Kunststoffwand müssen ohnehin auf 1,2mm aufgebohrt werden.

Oben beim Scharnier einen kleinen Winkel mit anschrauben - aus Messingblech zusammengelötet - damit die Betätigungsstange vom Servo eingehakt werden kann. Unten rechts seht ihr eine abgeflexte Schraube.

Die Überlänge der Schrauben mit einer Miniflex abtrennen; das beschädigt weder die Muttern noch wird der Kunststoff dabei unzulässig heiß.


Servoauswahl

Die Servos sollten möglichst klein sein, um nicht den Freiraum für die abzustellenden Loks zu beeinträchtigen. Die Standard-Servos, wie ich sie für Signale und Entkuppler verwendet habe, sind zu groß. Nach zwei Versuchen hat sich erstaunlicherweise der preiswertigste Typ als geeignet erwiesen:

Bestell-Nr.: 1365555 - 62 Reely Mini-Servo AS0008 Stückpreis EUR 4,99


Voreinstellung der Servos

Zur Ansteuerung der Servos habe ich den ESU-Dekoder SwitchPilot Servo verwendet, mit dem sich die Einstellungen der Endlagen sehr einfach vornehmen lassen.

Tipp:

Die Grobeinstellung der Endlagen VOR dem Einbau der Servos vornehmen; dazu die Antriebe in die richtige Position legen, aber noch nicht montieren. Nach dem Einbau ist dann nur noch die Feinjustierung erforderlich. Auch diese vornehmen, bevor die Verdrahtung endgültig ausgeführt wird, d.h. die Servos noch mit ihren kurzen Anschlusskabeln direkt am Dekoder betreiben.

Beim SwitchPilot Servo CV50 auf den Wert 4 setzen: Dadurch wird das Flattern der Servos beim Einschalten der (Anlagen-) Stromversorgung verhindert. 4 = Stromversorgung nur bei Bewegung anschalten.


Servobefestigung

Für die Befestigung der Servos sind baumarktübliche Winkelprofile aus Kunststoff verwendet worden. Sie werden mit M3 Schrauben und Muttern mit einem kleinen Stück Winkelprofil am Fachwerkträger des Lokschuppens befestigt, und zwar einfach durch Festklemmen.

Hier die Baumasszeichnung für die Befestigungswinkel:

Die Befestigung justiert sich bei den o.a. Maßen wie von selbst: einfach auf die Querstreben der Fachwerkprofile aufsitzen lassen.

Hier die Profile im eingebauten Zustand:


Kabelträger

Für die Anschlüsse der Servos, der Innenbeleuchtung und der Aussenlampen kommen einige Verbindungskabel zusammen. Sie müssen stabil, aber von aussen nicht sichtbar untergebracht werden. Hierzu sind zwischen den Aussenwänden vorn und hinten und zwischen den Fachwerkträgern kleine Kabelkanäle eingeklebt. Befestigungsprinzip an den Fachwerkträgern ist wie bei den Servos. Das U-Profil 10x10mm ist ebenfalls baumarktübliche Ware.

In der Mitte der Kabelträger sind die LED für die Innenbeleuchtung von unten in Bohrlöcher mit Abstand 2,5mm (bei Standard-LED 5mm Durchmesser) eingesteckt. Anschluss inkl. Vorwiederstand liegt dann im U-Profil. Damit der gesamte Lokschuppen auch von der Anlage getrennt werden kann, ist ein vielpoliger Steckverbinder einfacher Bauart verwendet:

Bestell-Nr.: 738051 - 62 Stiftleiste 36pol, davon 20 Pole verwendet

Bestell-Nr.: 736765 - 62 Buchsenleiste 36pol, ebenfalls 20 Pole verwendet

Die vorbereitete Steckverbindung sieht dann wie folgt aus:


Koppelstange

Die Verbindung der Servohebel mit den Toren erfolgt über 0,8mm Messingdraht, an den Enden entsprechend abgewinkelt. Die Ermittlung der richtigen Länge ist folgendermaßen am einfachsten:

  • Tor geschlossen halten
  • Servo in Zustand "geschlossen" fahren
  • Messingdraht am Tor einhaken und Länge am Einsteckloch des Servohebels markieren.
  • Messingstange an der markierten Stelle abwinkeln und ca 5mm dahinte abtrennen
  • Am Ende der Abwinklung einen kleinen Knick einbiegen, damit die Stange beim Betätigen nicht aus dem Servohebel herausfällt. Das gilt auch für die befestigung torseitig.


Hier die Draufsicht auf die Torantriebe:


Verdrahtung

Die gesamte Verdrahtung innerhalb des Lokschuppens liegt im eingeklebten Kabelträger. Die Anzahl der Verbindunge ist doch erheblich:

Vorgehnsweise im Lokschuppen:

  • Litzen an der Stiftleiste mit etwas Überlänge anlöten
  • Innerhalb des Kabelträgers Litzen mit den entsprechenden Kabelenden der Servos oder LED-Anschlußpunkten verbinden; dabei Schrumpfhülse zur Isolierung nicht vergessen
  • Vorwiderstände einbeziehen; liegen auch im Kabelkanal
  • Den so entstandenen Kabelbaum mit Kabelbindern fixieren

Vorgehensweise am Anlagenunterbau:

  • Litzen mit entsprechenden Überlängen zu den Dekodern an der Buchsenlesite anlöten
  • Litzenenden mit den Dekoderanschlüssen verbinden

Tipp:

Die Anschlußleitungen der Servos versetzt durchtrennen, damit nicht alle Verbindungsstellen mit ihren Schrumpfhülsen an der selben Stelle liegen und keine übermäßige Verdickung im Kabelbaum auftritt. Die abgetrennten Enden mit den Servosteckern an den Litzenenden des anlagenseitigen Kabelbaums wieder anlöten. Auf richtige Zuordnung bzw. Polung achten!

Die bausatzseitige Aussenbeleuchtung ist zwar für den elektrischen betrieb vorgesehen, aber nicht sehr ansehnlich in der Kabelführung.

Ich habe die Lampen durch Exemplare von BELI-BECO ersetzt:

Wandlampen 120241

Uhr 122021

Zur Reduzierung der Helligkeit und Verlängerung der Lebensdauer wurden Vorwiderstände wie in der Anschlussliste verwendet.

Die Innen- und Aussenbeleuchtung wird über zwei freie Ausgänge eines Uhlenbrock Loconet Schaltmodul 63410 gesteuert. Die Einstellung ist wie bei der Steuerung der Bahnsteigbeleuchtung programmiert.


Das Ergebnis
... wird hier in einem kleinen Video demonstriert:

 


Nachtrag:

Möglicherweise sind über die Zeit nicht alle Links wie zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Beitrags zielführend. Sollte dies vorkommen, bitte ich um Nachsicht.

 

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